Frösche und Schlangen
in Hakuna Matata und Umgebung

Der holländische Biologe Jan Verkade besuchte die Hazienda Hakuna Matata mehrmals und war beeindruckt von der Pflanzen- und Tiervielfalt. Im Jahre 2006 kam er wieder und wollte Frösche und Schlangen erforschen. Auf diesen Seiten werden einige interessante Arten von ihm präsentiert.
Im Gebiet um Hakuna Matata und auf dem Gelände selbst findet man eine grosse Pflanzen- und Tiervielfalt. Auf den Bäumen wachsen Epiphyten, u.a. Orchideen und Bromelien. An den Randstreifen gedeihen grosse Mengen weisse, aromatische Ingwerpflanzen. Tagsüber sieht man manchmal einen lärmenden Schwarm Tukane oder Papageie. Am Tage kann der aufmerksame Wanderer auch kleine Giftpfeilfrösche an schattigen Stellen entdecken. Kaimane lieben sonnige Plätze. Die Chance, Tiere zu entdecken, ist noch besser bei einer Wanderung in der Abenddämmerung. In der Regenzeit hört man oft in der Nähe der Pfützen die Baumsteigerfrösche. In der Nacht sind auch die meisten Schlangen aktiv. Die Wahrscheinlichkeit, einer Boa constrictor oder eine Regenbogen-Boa zu begegnen, ist sehr hoch.
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Gefleckter Giftpfeilfrosch
Dendrobates ventrimaculatus

Dieser Frosch ist nur 2 cm gross und lebt auf dem Gelände von Hakuna Matata. Sein Bauch ist fleckig. Diese Frösche legen ihre Eier und Kaulquappen in Bromelien. Der Name auf Spanisch, Pfeilspitze, ist eine Anspielung auf das neurotoxische Gift, das diese Tiere absondern und das dann von manchen indigenen Stämmen für die Pfeilspitzen benutzt wird. Ein Affe oder ein Vogel, der von so einem Pfeil getroffen wird, bekommt innerhalb kürzester Zeit einen Herzinfarkt und fällt vom Baum. Es ist eine leise und effektive Jagdart.

Ecuadorianischer Giftpfeilfrosch
Epipedobates bilinguis

Dieser Giftpfeilfrosch pfeift mit kurzen bitonalen Pfeiftönen; daher auch sein Name "bilinguis". Oft findet man ihn zwischen abgefallenen Blättern in Lichtungen oder in kleinen Kakaoplantagen. Mit etwas Glück bekommt man auch ein kleines Froschweibchen mit Kaulquappen auf dem Rücken zu sehen: sie trägt sie zu einer Pfütze. Die Beförderung der Kaulquappen auf dem Rücken ist einzigartig bei diesen Giftpfeilfröschen.

Baumsteigerfrosch
Hyla bifurca

In der Nacht findet man diesen Baumsteigerfrosch in der Nähe der Pfützen, zusammen mit vielen anderen Frosch- und Krötenarten. Die Männchen quacken in einem lauten trockenen Ton. Wenn die Regenzeit beginnt geht das Weibchen zu den Pfützen und legt die Eier ins Wasser. Das Männchen versucht dann das Weibchen einzufangen und so andere Männchen auszuspielen. So wird dieses Männchen als einziges die Eier dieses Weibchens befruchten.

Knudsen-Frosch
Leptodactylus knudseni

In der Nacht kann man diesen grossen Frosch antreffen. Er ist ein echter Bodenbewohner, der sich aktiv ernährt. Dieser Frosch frisst alles, was sich bewegt und in seinen Mund passt: von kleinen Käfern über kleine bis zu gleichgrossen Fröschen.

Regenbogen-Boa
Epicrates cenchria

Mit etwas Glück kann man nachts diese grosse nichtgiftige Schlange erleben. Sie ist besonders hübsch und tagsüber leuchtet ihre Haut in allen Regenbogenfarben. Wie alle Schlangen, ist auch sie sehr nützlich, da sie alle Arten schädlicher Mäuse und Ratten frißt.

Katzenaugenschlange
Leptodeira annulata

In der Nacht trifft man auch die Katzenaugenschlange an den Orten, an denen Frösche versammelt sind. Es ist eine kleine nichtgiftige Schlange, die Frösche und Froschlaich frißt. Beim Anfassen scheidet sie eine stinkende Flüssigkeit aus, wie auch die europäische Ringelnatter. Deswegen werden viele natürlichen Feinde die Schlange sofort freilassen.

Jan Verkade

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